Filme die von Sucht erzählen

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, das gilt besonders für das Medium Film. „Es gibt keine Quelle, es gibt kein Medium, das hinsichtlich seiner Intensität, seiner Faszination, Suggestivität, Ausdrucksstärke und Erlebnisqualität, aber auch seiner Genauigkeit und Realitätsnähe dem Film gleichkäme.“ (Gerhard Schneider in: Hans-Jürgen Pandel, Gerhard Schneider, Handbuch Medien im Geschichtsunterricht, Schwabach 1999, S.366)

Der Film ist in der Lage Geschichten zu visualisieren, Erlebtes, Beschriebenes und Erfundenes optisch emotional ansprechend umzusetzen. Die Wirkung des Films ist dabei abhängig von der Zeit, in der er gedreht wurde, von der Zielgruppe, für die er geschaffen wurde, von der Kompetenz der Filmschaffenden und den zur Verfügung stehenden Mitteln und weitern Faktoren. Die Masse der für den freien Markt produzierten Filme werden dabei gewinnorientiert auf den Markt gebracht – mit mehr oder weniger Anspruch. Vereinzelt lassen sich aus diesem großen Pool an Produktionen Filme finden, die sich aufgrund Ihrer Botschaft gut für die medienpädagogische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Gerade für Jugendliche ist das Medium Film ein besonders beliebtes Medium, weil es ständig präsent und überall leicht zugängig ist. Von kurzen Filmsequenzen auf YouTube, über das tägliche Fernsehprogramm, hin zu Filmen und ganze Serien auf DVDs, Blu-rays und anderen Bildformaten oder als Downloads im Internet.

Film wirkt und erreicht, besonders Jugendliche. Aus diesem Grund arbeitet die Suchtvorbeugung im Kreis Warendorf seit 1998 mit dem Medium Film als methodisch didaktischem Hilfsmittel. Genutzt werden Spielfilme, die nach Einschätzung der lokalen Kooperationspartner unterhalten, faszinieren und eine Botschaft vermitteln. Sie sollen dazu beitragen, das Schülerinnen und Schüler

  • sich über die gesundheitlichen Folgen und das Abhängigkeitspotenzial einzelner Verhaltensweisen und Substanzen ein Bild machen können (Mediennutzung, Essverhalten, Nikotin, Alkohol, Heroin etc.),
  • eine kritische Haltung im Umgang mit diesen Verhaltensweisen und Substanzen entwickeln,
  • zu einem risikobewussten und konsummindernden Umgang mit legalen und illegalen Substanzen gelangen.

Dazu bedarf es einem entsprechenden Medienpool, einem medienpädagogisch versierten Personenkreis, der die Filme für die jeweilige Zielgruppe auswählt und entsprechendes Begleitmaterial zur Verfügung stellt und einer engagierten Lehrerschaft, die diese „Jugendfilmtage“ vor- und nachbereitet. Dauerhafte Wirkung hat Filmarbeit jedoch nur dann, wenn sie auf Nachhaltigkeit und Wiederholbarkeit ausgerichtet ist.

Räumlich begonnen haben wir die Jugendfilmtage in den Ratssälen einzelner Rathäuser im Kreisgebiet. Heute sind die lokal organisierten Jugendfilmtage fester Bestandteil der Kooperationsangebote mit den lokalen Kinobetreibern und den entsprechenden Jugendämtern. Pädagogisch begleitet werden die Jugendfilmtage vom Medienzentrum Warendorf und der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Arbeitskreises Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V.
Regelmäßig durchgeführt werden die Jugendfilmtage im Kreisgebiet in den Städten Ahlen, Oelde und Warendorf.

FILMLISTE

Filme mit denen aktuell gearbeitet wird und für die ein medienpädagogisches Konzept vorliegt (Stand Januar 2016)

Bessere Zeiten
Themen: Alkohol, Kinder aus Suchtbelasteten Familien
Schweden 2010, FSK 16, Empfehlung ab Klasse 10

Ein Sommer in der Provence
Themen: Jugendliche Mediennutzung, Alkohol & Alkoholismus, Cannabis, LSD & Amphetamine
F 2014, 105 Min., FSK 6, Empfehlung ab Klasse 8

Filmriss & Crash als „Double Feature“ (1. KiKa-Krimi &, 2. Hrsg.: Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren e.V.)
Themen: 1. Alkohol, Erinnerungsstörungen, Verkehrsgefährdung; 2: Drogenkonsum, Alkohol, Alkoholismus, Prävention
1: D 2008, jeweils 44 Min., Empfehlung: ab Klasse 7
2: D 2008, 30 Min. Empfehlung ab Klasse 7

Komasaufen
Themen: Alkohol, jugendliches Rauschtrinken, Entgiftung, Erwartungshaltung von Erziehenden,
D 2013, 92 Min., Empfehlung ab Klasse 9

Who Am I – Kein System ist sicher
Themen: Computer-Hacker, Cyber-Kriminalität
D 2014, 103 Min., FSK 12, Empfehlung ab Klasse 9

Ben X
Themen: Mobbing, Cybermobbing, Asperger-Syndrom
B/NL: 2007, 90 Min., Empfehlung: ab Klasse 8

Blöde Mütze!
Themen: Erwachsen werden – mit Nikotin, Alkohol, Alkoholabhängigkeit eines Elternteils
D 2006, 90 Min., FSK ab 6, Empfehlung: ab Klasse 4 bis Klasse 6

„Chatgeflüster“ und „Netzangriff“ als „Double Feature“ (zwei Ki.Ka-Kinderfilme)
Themen: 1. Chat-Bekanntschaft, Sexueller Missbrauch 2. Cybermobbing
Beide: D 2008, jeweils 44 Min., Empfehlung: ab Klasse 7

Das Jahr der ersten Küsse
Themen: Nikotin, Alkohol & erste Liebe
D 2002, 98 min, FSK 0, Empfehlung: ab Klasse 8

Der große Trip – Wild
Themen: Heroinabhängigkeit, Begleitumstände, Entzug und Alternative zum Konsum
USA 2014, 115 Min., FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 9

Disconnect
Themen: Kinderpornochats, Computerkriminalität, Cybermobbing
USA 2013, 115 Min., FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 9

For no eyes only
Themen: illegale Computernutzung, „Spysoftware“ und damit verbundene strafbare Handlungen
D 2014, 97 Min., FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 8

Für das Leben eines Freundes
Thema: Bewertung von Cannabis in asiatischen Länder, Gewissenskonflikte und Gewissensentscheidungen
USA 2000, 105 Min., FSK 12 , Empfehlung: ab Klasse 10

Grasgeflüster
Themen: Cannabis, Anbau und Handel
GB 2001, 93 Min., FSK 6, Empfehlung: ab Klasse 10

Homevideo
Themen: Cybermobbing, pubertäre Krisen, Interventionen
D 2011, 89 Min.; FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 8

Lauf um dein Leben – Vom Junkie zum Ironman
Themen: legale und illegale Drogen, Heroinabhängigkeit, Alternativen zum Konsum
D 2008, 102 Min., FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 9/10

My name is Joe
Themen: Alkoholabhängigkeit, Heroinabhängigkeit, Selbsthilfegruppen, Drogenkriminalität,
GB/F/E/D 1999, 105 Min., FSK 12 , Empfehlung: ab Klasse 9

Ohne Limit
Themen: Hirndoping, Drogenkriminalität, Gewinnmaximierung, ethisch-moralische Fragestellungen
USA , 105 Min. FSK 16, Empfehlung: ab Klasse 11

Super Size Me
Thema: Fast-Food Ernährung
USA 2004, 100 Min., FSK 0, Empfehlung: ab Klasse 7

Thank You For Smoking
Themen: Nikotin, Werbung
USA 2006 , 88 Min., FSK 12, Empfehlung: ab Klasse 10

Beobachtungsbögen zu den Filmen

Zu jedem dieser Filme gibt es entsprechende Beobachtungsbögen, mit deren Hilfe die Schüler die Filminhalte sowie entsprechende Schwerpunkte und Filmsequenzen noch einmal gezielt erinnern können.
Beispiel: Beobachtungsbogen zum Film „Disconnect“

1. Was bedeutet der Filmtitel „Disconnect“ auf Deutsch?
a. Trennen bzw. unterbrechen
b. Falsch verbunden
c. Beziehung herstellen

2. Wie viele verschiedene Geschichten/Handlungsstränge erzählt der Film?
a. zwei
b. drei
c. vier

3. Welchen Grund haben Jason und Frye um Ben Boyd zu mobben?
a. Er ist ein Einzelgänger ohne Freunde und ein geniales Opfer
b. Ben Boyd hat die beiden Jungen bei ihrer Aktion mit der Getränkeflasche im Fitnessstudio verraten
c. Ben Boyd hat die Freundin von einem der beiden Jungen angebaggert und nun wollen sie ihm einen Streich spielen

4. Warum spuckt Ben Boyds Schwester Abby eine Freundin ins Gesicht?
a. Weil sie Abby auslacht
b. Weil sie sich über eine Verabredungszusage per Handy freut
c. Weil sie schlecht über Abbys Bruder redet

5. Wie reagiert der Vater von Jason als er erfährt, dass sein Sohn und dessen Freund Ben Boyd gemobbt haben?
a. Er ignoriert seinen Sohn und nimmt ihm das Tablet weg
b. Er löscht alle Chat-Daten
c. Er schlägt seinen Sohn mit dem Eishockeyschläger nieder

6. Welche Geschichte im Film hat nur einen einzigen Bezug zu einem anderen Handlungsstrang des Films?
a. Die Geschichte der Familie Boyd mit ihren Kindern Abby und Ben
b. Geschichte des Ehepaars, das Opfer von Computerkriminalität wurde
c. Die Geschichte der TV-Journalistin, die den Kinderpornochat aufdeckt

7. Welche Botschaft will der Film „Disconnect“ hauptsächlich vermitteln?
a. Selbstmord ist keine Lösung
b. Medien sind schuld an vielen Dingen in unserer Gesellschaft
a. Wende dich den Menschen, die dir wichtig sind, mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu

Radiospot-Wettbewerb 2016/17

andthewinnerare:

Robin Jemella, Hanna Rothfeld und Melina Antusch der Klasse 10a der Realschule Wadersloh.
Hier können Sie sich den Gewinnerbeitrag anhören:

Radiospot-Wettbewerb 2015/16

Hier können Sie sich den Gewinnerbeitrag anhören:

Radiospot-Wettbewerb 2014/2015

Hier können Sie sich den Gewinnerbeitrag anhören:

Radiospot-Wettbewerb 2013/2014

Gewinnerbeitrag von Christina Schiek:

Radiospot-Wettbewerb 2012/2013